Krankheitsbilder der Wirbelsäule

Die meisten Krankheitsbilder an der Wirbelsäule heilen auch ohne operativen Eingriff. Viele jedoch mit zweit - bis drittklassigem Ergebnis, und verursachen nach jahrelangen Schmerzen weitere oft schmerzhafte Probleme oder Beinträchtigungen, manchmal auch Behinderungen oder echte Funktionsausfälle. Eine vernünftige Prognose, was hilft, und welche Resultate mit welcher Therapie erwartet werden dürfen, erfordert Jahrzehntelange Erfahrung.


Facettengelenksarthrose

Die Facettengelenksarthrose ist ebenso wie andere Arthrosen größerer oder kleinerer Gelenke eine belastungsabhängige Ver-schleisserkrankung. Wie auch an anderen Gelenken spielt jedoch auch hier die Belastung im Sinne von statischer oder dynamischer Fehlbelastung oder erhöhtem Körpergewicht eine wesentliche Rolle. Wie andere Arthrosen auch ist die Schmerzsymptomatik gekennzeichnet durch den sogenannten“ Anlaufschmerz“, 

welcher sich nach einigen Minuten bessert und danach erst wieder nach längerer Belastung in den Vordergrund tritt.

Da jedoch die Facettengelenke im Zusammenspiel mit Anteilen der Bandscheibe die lichte Weite des Spinalkanales erheblich beeinflussen, ist die häufig mit der Arthrose einhergehende Vergrößerung der Gelenke ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung der lumbalen Spinalkanalstenose. 



Lumbale Spinalkanalstenose

Diese Erkrankung wurde bis vor nicht allzulanger Zeit nicht häufig diagnostiziert, und wird auch heute noch allzu oft übersehen oder nicht erkannt. Die Symptomatik ist weniger von Schmerzen geprägt, als von nachlassender Funktionalität der unteren Extremitäten, welche jedoch zunächst gut kompensiert werden kann, oft genug, ohne dass es dem Betroffenen selbst überhaupt auffällt!

Der zunehmende Verlust des aufrechten Ganges gehörte früher zum als altersbedingt so hingenommenen Prozess; selbst den meisten Patienten, die von dieser Symptomatik betroffen sind, ist nicht wirklich klar, dass sie diese Körperhaltung einnehmen, um besser oder länger gehen zu können.

 Viele Symptome dieses Krankheitsbildes werden von den Patienten stillschweigend erduldet, weil sie nicht in der Lage sind, zu differenzieren, wodurch diese Symptomatik entsteht, und was gegebenenfalls dagegen unternommen werden kann. Häufig kommt es in der folge zu Veränderungen nicht nur an der Wirbelsäule, sondern auch zu Streckhemmungen an großen Gelenken, weil die erforderlichen Ausgleichshaltungen an großen Gelenken zu Verkürzungen von Muskeln und Kapsel- Bandstrukturen führen.  



Facettenzyste

Eine Facettengelenkszyste ist eine mit Gelenksflüssigkeit gefüllte Aussackung der Facettengelenkskapsel, welche sich manchmal in einem arthrotisch veränderten Gelenk bildet. 

Problematisch wird es, wenn diese Zyste auf eine Nervenwurzel drückt, was zu Schmerzen, 

Gefühlsstörungen oder gar Lähmungen im Versorgungsgebiet dieses Nerven führen kann. Dieser Konflikt wird auch als Radikulopathie bezeichnet.



Scheuermann`sche Erkrankung

Eine Aufbaustörung von Wirbelkörpern in der Wachstumsphase, oft mit Ver-krümmung der Brustwirbelsäule als bleibende Formveränderung. Die häufigste Wirbelsäulenerkrankung des Jugendalters ist während der Wachstumsphase einer konservativen Behandlung noch zugänglich, später kommt es oft zu Ausgleichsverkrümmungen oberhalb und/ oder unterhalb des betroffenen Wirbelsäulenabschnittes. Daraus entstehen dann im Verlauf der Jahre weitere Probleme, häufig chronisch schmerzhaft. In den frühen Phasen der Erkrankung bessern sich die Beschwerden oft durch sportliche Aktivität, auch die Verkrümmung kann so oft noch aufgehalten oder zumindest gebremst werden. Ist das Wachstum abgeschlossen, nimmt die Verkrümmung zumeist nur noch wenig zu.

Nicht immer verläuft die Erkrankung schmerzhaft, und nicht immer resultiert eine Verkrümmung der Wirbelsäule. 

Am häufigsten im Bereich der Brustwirbelsäule anzutreffen, sieht man die typischen röntgenologischen Befunde gelegentlich auch im Bereich der Lendenwirbelsäule. 

Erste Hinweise auf die Diagnose erbringt die Untersuchung durch den Facharzt, gesichert wird die Diagnose durch das Röntgenbild.




Funktionsstörungen der Wirbelsäule und angrenzender Rippengelenke

Auch wenn die wirklichen anatomischen Grundlagen sogenannter“ Blockierungen“ noch nicht abschließend erforscht sind, so ist doch die symptomatische Therapie dieser Funktionsstörungen letztlich die ursächliche Behandlung von sehr häufigen Beschwerden. In der Tat können von einem kundigen Manualtherapeuten sehr viele Schmerz-zustände zeitnah, risikofrei, effektiv und ohne Nebenwirkungen behandelt werden. 

Da jedoch sehr häufig diese Funktionsstörungen der kleinen Wirbelgelenke, der Rippengelenke oder auch der Kreuzdarm-beingelenke vor allem Folge von anderen Störungen entweder der Statik, der Haltung, Folgezuständen von stadtgehabten Wirbelsäulen-eingriffen oder ähnlichem sind, ist eine solche Diagnostik und Therapie oft auch erst der Einstieg in die Behandlung der eigentlichen Ursachen.



Muskuläre Schmerzen

Muskelkater

Ist ein uns allen bekannter Zustand nach unverhältnismäßiger Überlastung. Der “Muskelkater“ ist letztlich eine Übersäuerung des Muskelgewebes als Folge eines Missverhältnisses zwischen abgeforderter Leistung und Trainingszustand der Muskulatur. 

Hier können Massage, im Falle begleitender Blockierungen Manuelle Therapie, Wärmeanwendung oder auch eine Ernährungsumstellung helfen. Bei wiederholtem Auftreten ist eine gezielte Trainingstherapie zu empfehlen.


Muskelzerrung

Die Muskelzerrung ist eine anatomische Überdehnung muskulärer Strukturen unterhalb der strukturellen Belastungsgrenze; dies heißt, dass zwar der Muskel in seiner Struktur gedehnt, aber nicht gerissen ist ist. 

Dennoch kommt es hierbei zu Mikrotraumen, welche jedoch in aller Regel folgenlos abheilen.