Minderdurchblutung

Eine oft übersehene bzw. in ihrer Bedeutung nicht richtig eingeschätzte Ursache von zumeist Anteilen der Rückenmuskulatur ist eine Minderdurchblutung der schmerzenden Muskulatur, sehr häufig hervorgerufen durch Verspannungen der Muskulatur oder aber chronische Fehlhaltungen. Hier ist bei der Diagnosenstellung die genaue Anamnese, die körperliche Untersuchung und die Erfahrung des behandelnden Arztes von ausschlaggebender Bedeutung. Auch diese Zustände haben häufig Funktionsstörungen von Wirbelgelenken oder Rippengelenken zur Folge.

Selbstverständlich ist auch eine beliebige Kombination mehrere o.g. Krankheitsbilder möglich, Was die Differenzialdiagnose beziehungsweise die Therapiefindung erheblich erschweren kann, und zur eigentlichen Herausforderung in diesem aussergewöhnlich komplexen Fach macht.



Instabilität

Die Instabilität der Wirbelsäule kann manchmal mittels Funktionsaufnahmen gesichert werden. Nicht immer ist eine Instabilität an Hals- oder Lendenwirbelsäule auf bildgebender Diagnostik überhaupt zu erkennen.

Sehr viel häufiger ist der klinische Verdacht nach dem Gespräch mit dem Patienten, oft findet sich der Befund bei der körperlichen Untersuchung. 

Gekennzeichnet ist die Instabilität durch plötzlich und unvermittelt auftretende, zumeist starke Schmerzen im Rücken, häufig auch im Bein oder nur im Bein. Viele Patienten berichten über plötzlich einschiessende Schmerzen beim gehen auf unregelmässigem Untergrund, beim Stolpern oder beim nächtlichen Drehen im Bett, was dann zu Durchschlafstörungen führt.

Ursächlich ist das Reiben von Wirbeloberflächen gegeneinander, die durch eine vermehrte Beweglichkeit zustande kommt. 

Der Schmerz entsteht entweder an der Knochenhaut der Wirbel (Rückenschmerz) oder dadurch, dass der Wirbel infolge vermehrter Beweglichkeit (Instabilität) in Kontakt mit Nerven gerät, welche die Wirbelsäule verlassen (Beinschmerz).

Die Therapie ist zunächst konservativ und bei guter Beratung und krankengymnastischer Behandlung zumeist erfolgreich. Hierbei ist jedoch unbedingt auf individuelle Befunde und anamnestische Details des Patienten zu achten. Eine spontane Einsteifung als natürlicher Verlauf der Erkrankung wurde früher als Therapieerfolg angesehen. Leider kommt es hierbei nicht nur zu einem Funktionsverlust, sondern auch immer zu Fehlstellungen der Wirbelsäule mit Folgeerkrankungen und weiteren Beschwerden. 



Pseudoradikuläre Beschwerden

Störungen im Sinne von Schmerzen, Gefühls-störungen oder Lähmungen, welche sich anatomisch einer Nervenwurzel zuordnen lassen, werden als radikulär bezeichnet.

 

Unter pseudoradikulär werden alle Schmerz-ausstrahlungen oder Fehlwahrnehmungen des peripheren Nervensystemes bezeichnet, welche sich solch eindeutiger Zuordnung entziehen. 

Und da wird die weitere differential-diagnostische Abklärung der Schmerz-ursache(n) meist anspruchsvoll. 



Das Ileosacralgelenk (ISG), deutsch Kreuzdarmbeingelenk

Erkrankungen oder Funktions-störungen der Kreuzdarm-beingelenke (ISG) werden in ihrem Beschwerdebild gerne mit Auswirkungen von Wirbelsäulen-erkrankungen verwechselt. In der Tat ist die Differentialdiagnose oft auch für den Facharzt nicht einfach. 

Die Therapie ist nahezu immer konservativ, wenn auch gelegentlich langwierig. Und die Beschwerden nicht selten stärker als bei einem Bandscheibenvorfall. Dennoch ist die Prognose ausgezeichnet, wenn Arzt und Patient die notwendige Geduld mitbringen.